Fischerei der Eisenzeit - römische Kaiserzeit - ,
bei den Römern, Kelten und Germanen

Die verschiedenen Fischereitechniken der  vorrömischen Eisenzeit bis zum Ende der römischen Kaiserzeit belegen vielfältige archäologische Funde. Durch zahlreiche erhaltene Abbildungen aus der römischen Welt und schriftliche Beschreibungen römischer Autoren ergibt sich ein vielfältiges Gesamtbild. Auf die vielfältigen Quellen zu der römischen Fischerei und deren wirtschaftlicher Bedeutung  möchte ich allerdings später intensiver eingehen.

Eisenzeitlicher Fischer

Fischerei bei den Kelten und Germanen

Für die verschiedenen nachweisbaren Fischereitechniken bei den Kelten und Germanen gibt es archäologische Funde vor allen aus dem Binnenland. Für die Küstenregion ist die vorliegende Fundlage bereits dürftiger, zumal durch den Meeresanstieg und den geänderten Küstenverlauf inzwischen viele mögliche Fundplätze unter Wasser liegen.

Wenn bei den Germanen die Fischerei im Allgemeinen in der Ernährung nach Ansicht von Wissenschaftlern eher eine untergeordnete Rolle spielte, so gibt es doch Fundplätze, an welchen sich eine intensive Fischerei mit professionellen Gerät nachweisen läßt. Mit professionellen Gerät meine ich aus meiner Sicht als Berufsfischer nicht Fanggeräte wie Angelgeräte, Schlagschlingen, Schlaghaken oder Fischspeere, sondern den Nachweis von Fischzäunen, die Netzfischerei mit Stell,- oder Zugnetzen oder die Fischerei mit Reusen. Diese Geräte setzen genaue Kenntnisse des Verhaltens der befischten Arten voraus und benötigen zu ihrer Anfertigung einige Erfahrungen und Fachkenntnisse.

Der Nachweis von Netzen und Reusen unter archäologischen Funden belegt, das sich dort Menschen intensiv mit den Techniken der Fischerei beschäftigt haben. Im römischen Imperium wird von antiken Autoren die Fischerei einerseits als vollerwerbliche Berufsfischerei, wie auch als Nebenerwerb sowie auch als ein Hobby gut situierter Personen beschrieben.

Ich gehe davon aus, das es sich auch auch bei den Kulturen Mittel ,- und Nordeuropas ähnlich verhalten haben wird. Das Spektrum kann sehr vielschichtig gewesen sein.

Da ist einerseits die  Bauernfamilie, die alljährlich im Frühjahr zur Laichzeit mit Speeren, Schlaghaken und Schlagschlingen Hechte auf überschwemmten Wiesen und in Gräben gefangen haben wird. Andererseits gab es wohl auch Personen welche mit solch zeitaufwändig gefertigten spezialisierten Fanggeräten über das ganze Jahr hinweg gefischt haben werden. Professionelles Fanggerät findet sich sogar an sehr kleinen Binnengewässern. Ein schönes Beispiel dafür findet sich in Thüringen in Oberdorla.

An einem kleinen See, der zur Zeit seiner größten Ausdehnung gerade einmal knapp 200 Meter lang und an seiner breitesten Stelle ca 100m breit war, ließen sich 39 Reusen unterschiedlicher Bauart nachweisen. Netzflotten belegen die Stellnetz  oder sogar Zugnetzfischerei. Zudem fanden sich Querangeln als Angelgerät, Schlaghaken, Kescherfragmente, Fischspeere und sogar eine Stülpe. Beschrieben werden diese Fanggeräte von Hans Joachim Barthel in seiner Publikation „Die germanische Binnenfischerei im Gebiet des See und Moorheiligtums von Oberdorla“

Bis auf einen Schlaghaken mit eiserner Hakenspitzebestanden alle nachgewiesenen Fanggeräte zumeist aus pflanzlichen, seltener aus tierischen Rohstoffen (Stabangel aus Knochen). Diese konnten in Oberdorla nur aufgrund günstiger Bedingungen (Moor) erhalten bleiben. Wie intensiv die Fischerei nun tatsächlich bei den Germanen ausgeübt wurde, lässt sich nur spekulieren.

Für die keltische Fischerei ist die Fundlage sehr ähnlich. Auch hier lässt sich die Fischerei vor allen im Binnenland nachweisen. Dabei gibt es auch Nachweise intensivster Fischereiausübung mit aufwendigen Fanganlagen.

Beeindruckend sind die später beschriebenen Fischzäune der frühen Hallstattzeit am Federsee. Einzelne reiche Personen (Fürst von Hochdorf, Hallstattzeit) betrieben die Angelfischerei als Liebhaberei.

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